|
|
Foto:agit-press/Michael Kühl Cover:.meedia.de ©Copyright 1998 -2010. www.agit-press.de Alle Rechte vorbehalten.
|
Osnabrück (ots) - Heißer Herbst
Eines steht fest: Auch wenn es wirtschaftlich wieder bergauf geht, muss dringend gespart werden. 38,9 Milliarden Euro gibt allein der Bund in diesem Jahr für den Schuldendienst aus - Geld, das an anderer Stelle schmerzlich fehlt. Zudem müssen die neuen Regeln der Schuldenbremse im Grundgesetz eingehalten werden. Bundesfinanzminister Schäuble beharrt deshalb zu Recht darauf, am Konsolidierungskurs festzuhalten.
Auf einem anderen Blatt steht, ob es dabei fair zugeht. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge kann davon (noch) nicht die Rede sein. Denn während Sozialausgaben für Rentner, Geringverdiener und Arbeitslose kräftig gesenkt werden sollen, müssen Spitzenverdiener und Vermögende - zur eigenen Überraschung - keinen neuen Beitrag zur Etatsanierung leisten. Sozial ausgewogen kann man das kaum nennen.
Hinzu kommt, dass wesentliche Beiträge der Wirtschaft bisher nur auf dem Papier stehen und sich als Luftbuchungen herausstellen könnten. Beispiele dafür sind die von der Regierung propagierte, international aber höchst umstrittene Finanztransaktionssteuer sowie die Atomsteuer, die vom Kabinett bisher nur zur Kenntnis genommen worden ist. Ob die Koalition hier wirklich Wort hält und jährlich Milliarden Euro für den Haushalt eintreibt, bleibt abzuwarten. Gleiches gilt für den Abbau von Steuerbegünstigungen für die Wirtschaft, gegen den Lobbyisten Sturm laufen. Kurzum: Der Regierung steht ein heißer Herbst bevor, in dem ein kühler Kopf und kluges Abwägen zwischen den Interessen gefordert sind. Vor Einseitigkeit sei gewarnt.
Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
Rheinische Post: Teure Flüge
Düsseldorf (ots) - Die neue Luftverkehrsteuer gehört ohne jeden Zweifel in die Abteilung dreistes Abkassieren. Denn sie beinhaltet keinerlei politisches Ziel wie Schutz der Umwelt oder Marktregulierung, sondern dient nur dem schnöden Zwecke, Haushaltslöcher zu stopfen. Die Bundesregierung hat durchaus Talent, in jenen Branchen nach Geld zu schürfen, bei denen viele Wähler erst einmal schulterzuckend denken: Die haben's ja. Dazu zählen die Stromkonzerne, die Pharmaindustrie und eben auch die Fluggesellschaften. Doch am Ende zahlen die neuen Steuern meistens die Verbraucher. Im Fall der Flugsteuer haben die großen Fluggesellschaften bereits angekündigt, dass sie die acht bis 45 Euro pro Ticket an ihre Passagiere weiterreichen werden. Für die Fluggäste bedeutet dies, dass sie beim Kleingedruckten noch genauer hinschauen müssen. Neben Gepäckaufschlag, Flughafengebühr und Sicherheitsgebühr wird nun auch die Ticket-Steuer auf den Preis aufgeschlagen. Die Empörung der Luftfahrtbranche über die neue Steuer ist dennoch übertrieben. Die Fluggesellschaften zahlen keine Steuern für das Flugbenzin, was ihnen in Konkurrenz zu anderen Verkehrsmitteln Vorteile verschafft.
Rheinische Post

|
©Copyright 1998 -2009. www.agit-press.de Alle Rechte vorbehalten.
|
|
Graffiti-Projekte Wandbilder
Foto:agit-press/Michael Kühl mehr
|